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Stadtwerke berichten bei der CDU über die Umsetzung der Klimaschutz- und Energieleitlinie

Auf Einladung der CDU-Fraktion berichtete Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Bühring über die Umsetzung der Klimaschutz- und Energieleitlinie für die Stadt Speyer. Diese war auf Antrag der CDU am 14. August 2008 vom Stadtrat beschlossen worden.

Es sind zehn Punkte mit denen sich die Stadtwerke aktiv für die Klimaschutz- und Energieleitlinie einsetzen:
1.Vorrangige Nutzung bestehender Kraftwerks- und Industrieabwärme
2.Verdichtung des Fernwärmenetzes
3.Prüfung der Wärmeerzeugung durch regenerative Ersatzstoffe
4.Einsatz der dezentralen Kraft-Wärme-Kopplung
5.Schaffung weiterer Solarthermieflächen
6.Weiterer Ausbau der Photovoltaik
7.Beteiligung an Windkraftstandorten
8.Nutzung der Wärme aus Wärmepumpensystemen (Geo, Wasser, Luft)
9.Einsatz sparsamerer Leuchtmittel bei der Straßenbeleuchtung
10.Ausbau der Energieberatungsdienstleistungen

Es ist beabsichtigt mit der Firma Steinbeis TZ standortbezogene Analysen für den Wärme-, Kälte- und Strombedarf der nächsten 20 Jahre durchzuführen. Danach sollen für die Zielgruppen Bürger, Handel und Industrie spezifische Einsparmöglichkeiten durch Energieeffizienzsteigerungen ermittelt werden. Für ganz Speyer werden das Potential und konkrete Handlungsalternativen zur Nutzung von Holz, Biomasse, Solarthermie, Photovoltaik, Wind und Abwasserwärme aufgezeigt. Dabei wird weiterhin die Errichtung lokaler Nahwärmenetze verfolgt. Auch sollen die Leistungen der Speyerer Industrieunternehmen und Gewerbetreibenden genutzt werden. Denn diese erzeugen selbst Strom, Kälte und Abwärme, die sie mit in das Speyerer Strom- und Wärmenetz einspeisen könnten.

Langfristig besteht das Ziel Speyer möglichst energieautark mit bezahlbaren Energiekosten für Bürger und Unternehmen zu machen.

Die Stadtwerke erstellen derzeit auch ein Ausbaukonzept für die Energieberatung von Privatleuten, Handel und Gewerbe. Geplant sind stadtteilbezogene Beratungen der Haushalte und individuelle Beratungen für Unternehmen oder Gewerbegruppen. Es sollen konkrete Hilfestellungen für Investitionsentscheidungen und Vorschläge zur Finanzierung der Maßnahmen gegeben werden. Schließlich wird eine Verkehrsbilanz mit den einzelnen Nutzungen wie PKW, Bus, LKW, Bahn, Fahrrad und Zu-Fuß-Gehen erstellt. Anhand dieses Mobilitäts-Mixes soll eine Optimierung des ÖPNV und eine Reduzierung des Individual-Verkehrs z.B. durch eine Verbesserung des Fahrradwegeangebots erreicht werden.

Stolz kann man in Speyer auf die folgenden, bereits umgesetzten Maßnahmen sein:

1.Vielfach bestehen bereits Photovoltaik-Anlagen (Müllberg, Bürgersolaranlage, Dächer-Programm Speyer-West, Klosterschule). Ihres Gleichen sucht das Angebot der Stadtwerke, auf ihre Kosten auf privaten Dächern Photovoltaik-Anlagen zu errichten und zu betreiben. Dabei erhalten die Eigentümer im Gegensatz zu den Modellen anderer Betreiber nicht eine Fix-Miete, sondern eine ertragsabhängige Miete, sind also am Erfolg der Maßnahme beteiligt. Nach 20 Jahren geht die Anlage in das Eigentum der Dachbesitzer über. Sollten in dieser Zeit leistungsfähigere Module entwickelt werden, sind die Stadtwerke bereit einen Austausch anzubieten. Dieses Angebot wird zunehmend von den Hausbesitzern in Speyer angenommen.
2.Einzigartig ist auch das Modell bei den neuen Hafenvillen Heizung und Warmwasser ausschließlich aus Abwasser- und Solarenergie zu erzeugen. Den höheren Gestehungskosten steht die nahezu kostenlose Nutzung gegenüber. Ein Argument, das nach Angaben des Bauherrn Steber Wohnbau GmbH, viele Käufer überzeugt.
3.Biomasse als Energieträger wird bereits im Holzhackschnitzel-Werk im Normand-Gelände genutzt. Sofern genügend Biomasse verfügbar wird, soll eventuell am Standort der Kläranlage eine Biogasanlage geschaffen werden.
4.Da in Speyer keine Standorte für Windkraftanlagen vorhanden sind, werden sich die Stadtwerke u.a. über die Trianel um eine Beteiligung an einem Windkraftpark bemühen. Mittlerweile sind die Windkraftanlagen so effizient, dass eine einzige Anlage einen Jahresenergieertrag von 17 Mio. kWh hat. Rein rechnerisch würden also fünf Anlagen ausreichen um den Jahresenergiebedarf für die Speyerer Haushalte von 70 Mio. kWh zu decken.
5.Durch den Einsatz neuer Leuchtmittel konnten die Stadtwerke die Stromkosten der Straßenleuchten bislang mehr als halbieren.
6.Mit dem Anschluss an die Fernwärme Mannheim wird vorhandene Abwärme sinnvoll genutzt und der CO2-Ausstoß in Speyer reduziert.

Aus Sicht der CDU-Stadtratsfraktion sind die Stadtwerke Speyer damit im Kreis der anderen Stadtwerke vorbildlich und mit der Umsetzung der Klimaschutz- und Energieleitlinie auf dem richtigen Weg.


Für die Fraktion
Hans-Peter Rottmann