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Einblick in neue digitale Fernsehwelt

"Die Frage ist nicht, ob das Fernsehen digital wird, sondern wann", mit diesen Worten umfasste Michael Gundall die Entwicklung des Fernsehens in den nächsten Jahren. Der Experte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz war am Mittwochabend zu Gast in Speyer. Zahlreiche Gäste konnten die Veranstalter Dr. Axel Wilke und CDU-Kreisvorsitzender Michael Wagner im Ägidienhaus begrüßen.
Michael Gundall gab zum Einstieg einen umfassenden Überblick über den Wechsel zum digitalen Fernsehen und beschrieb die verschiedenen Arten des Empfangs anschaulich mit Beispielen. Klar stellte er die Unterschiede zwischen Antennen-, Kabel- und Satellitenempfang dar. Sein Hauptaugenmerk lag in der Präsentation der verschiedenen Formen des DVB (Digital Video Broadcasting), dem digitalen Verbreitungsweg von Rundfunksignalen. Aber auch IP-TV, das Internetfernsehen, wurde thematisiert.
"Das sogenannte Überallfernsehen DVB-T ist internationaler Standard und bietet die Möglichkeit zur Verbreitung von bis zu 100 Programmen bei gleich bleibenden Kosten", erklärte Gundall. Seit 4. Dezember verbreiten alle Sender in der Pfalz flächendeckend ihr Programm mit diesem System, wodurch sich auch die Empfangsqualität in Speyer deutlich verbessert hat. Gundall bedauerte, dass die Privatsender bei der Ausstrahlung des DVB-T in unserer Region sich nicht beteiligen. Wer also Pro7, RTL oder Sat1 empfangen möchte, ist auf Kabel oder Satellit angewiesen. Wolfgang Schuch vom Offenen Kanal, der unter den Zuhörern weilte, machte ergänzend darüber hinaus aufmerksam, dass der Offene Kanal ausschließlich über Kabel zu empfangen ist.
Vorteil von DVB-T ist, dass das digitale Signal auch an tragbaren Geräten wie Notebooks, Mobiltelefonen oder gar kleiner DVB-T-Fernseher mobil in bester Qualität überall zu empfangen ist. Allerdings deutet sich hierbei mit DVB-H bereits eine neue Entwicklung an. Axel Wilke wies daraufhin, dass nach den Plänen der Europäischen Union 2008 "Handyfernsehen" nach einem EU-einheitlichen Standard auch in Europa verfügbar sein soll.
"Egal welche Form man wählt, die GEZ-Gebühren müssen bei jedem Empfangsweg bezahlt werden", erklärte Gundall. In diesem Zusammenhang warf Wilke die Frage auf, ob diese Finanzierung des öffentlichen Rundfunks, die an den Besitz von Empfangsgeräten anknüpft ist, noch eine große Zukunft hat. Er wies daraufhin, dass die Landes-CDU derzeit über alternative Finanzierungswege nachdenkt, um auch im digitalen Zeitalter eine sachgemäße Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks sicherzustellen.
Auf die unterschiedlichen Zwischenfragen der interessierten Zuhörer, wie z.B. nach den technischen Vorraussetzungen für den Empfang von DVB-T, konnte der Referent kompetent Antwort geben. Den Sorgen mancher, dass analoges Kabel- und Antennen-Fernsehen von heute auf morgen nicht mehr verfügbar sein könnte, begegnete der Experte mit dem Hinweis, dass dies bis mindestens 2010 gesichert sei.
Michael Wagner, neuer CDU-Kreisvorsitzender, zeigte sich begeistert von dem Expertenvortrag und kündigte an, solche Veranstaltungen ab sofort öfter anbieten zu wollen.
Auch Landtagsabgeordneter Axel Wilke, der den Gästen einige Rechtsfragen zur Medienpolitik beantworten konnte, zeigte sich erfreut über den guten Zuspruch für die Veranstaltung und überreichte dem Referenten als Präsent echten Speyerer Ruländer. Mit den Worten "In diesem Sektor ist so viel in Bewegung, eine regelrechte Revolution scheint mir im Gange", umfasste Wilke nochmals die Aktualität der Veranstaltung.