„Alles hat seine Geschichte – auch die Landebahnverlängerung des Verkehrslandeplatzes in Speyer Die Geschichte blendet die SPD aber nur allzu gern aus.“ Mit diesen Worten reagierte der Vorsitzende der Speyerer CDU, Michael Wagner, auf erneute Vorwürfe des SPD-Vorsitzenden Feiniler gegenüber der CDU wegen der Landebahnverlängerung.
Auf Betreiben der SPD-geführten Landesregierung wurde Mitte der 90er Jahre die Gründung der Flugplatzgesellschaft Speyer /Ludwigshafen auf den Weg gebracht. Zum größten Teil finanziert durch das Land kauften das Land und die Stadt das Flugplatzgelände von der damaligen DASA. Damit sollte das in seiner Existenz gefährdete Traditionswerk gestützt werden. Die Lösung wurde noch in der Amtszeit des früheren SPD-Oberbürgermeisters Dr. Rosskopf vereinbart.

Die Flugplatzgesellschaft gehört mehrheitlich der regionalen Wirtschaft. Speyer besitzt einen Anteil von 12,5 %, weitere Anteile besitzen der Rhein-Pfalz-Kreis und die Stadt Ludwigshafen. Der Flugplatz sollte und soll der Wirtschaft in der Region für Geschäftsflüge zur Verfügung stehen. Über alle Parteigrenzen hinweg wurde dies damals als Maßnahme der Wirtschaftsförderung verstanden.
Ende der 90er Jahre erließ die Europäische Union erhöhte Sicherheitsanforderungen für Flugplätze, die in Speyer eine Verlängerung der Landebahn erforderlich machten. Noch im August 1999 erklärte die komplette SPD-Führungsriege in Speyer, dass sie zur Landebahnverlängerung stehe. Landtagsabgeordnete Ebli zeigte sich einem Pressebericht zufolge „zuversichtlich“, dass der Wirtschaftsminister sein Wort halte und die für die Landebahnverlängerung notwendigen Mittel bereitstelle. Dieses Geld ist inzwischen vom Landtag mit der Stimme von Frau Ebli in den Landeshaushalt eingestellt worden. Nur dadurch kann die Maßnahme realisiert werden.
Seit einigen Jahren schon können wir in Speyer erleben, wie sich die SPD Speyer ihrer Mitverantwortung für die Landebahnverlängerung entledigt hat, obwohl diese erklärte Politik der SPD-geführten Landesregierung ist. Nicht genug damit: Die CDU muss sich fortwährend dafür beschimpfen lassen, dass sie zu einer parteiübergreifend auf den Weg gebrachten Maßnahme auch dann steht, wenn diese Gegenstand von Kontroversen ist. Es scheint, als sei das in Deutschland zu einer Haltung geworden, die immer mehr außer Mode kommt.