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CDU-Veranstaltung „Speyer 100% regenerativ – Konsequenzen für unsere Stadt“ ein voller Erfolg

Wolfgang Bühring referiert über Einsatz ereuerbarer Energien

Ein „volles Haus“ bescherte die Veranstaltung „Speyer 100% regenerativ – Konsequenzen für unsere Stadt“ der Speyerer CDU im Ratsherrensaal der Hausbrauerei Domhof. Neben Oberbürgermeister Hansjörg Eger, Bürgermeisterin Monika Kabs und Beigordneter Dr. Wolf Böhm konnte der Kreisvorsitzende Michael Wagner zahlreiche Bürgerinnen und Bürger begrüßen, die der Einladung der Speyerer CDU gefolgt waren.

Intelligent habe sich der Speyerer Stadtrat in seiner Sitzung am 02. November 2010 verhalten, als er mit großer Mehrheit – leider nicht einstimmig – das Zielkonzept der CDU-Stadtratsfraktion „Speyer 100% regenerativ“ beschlossen habe, so der Kreisvorsitzende. Danach solle das Sparen von Energie forciert und bis 2030 so viel Strom regenerativ erzeugt werden, wie in Speyer benötigt werde. Bis 2040 solle dasselbe Ziel für die Wärmeversorgung erreicht werden. Zur Umsetzung dieser Ziele sei es jedoch unabdingbar, die Menschen unserer Stadt mitzunehmen, so Wagner. Der CDU-Antrag habe die Grundlage für ein wahrhaft ehrgeiziges und unbedingt erstrebenswertes Ziel geschaffen. An der Umsetzung dieses Zieles müssten aber alle Speyerer Bürgerinnen und Bürger beteiligt werden, so der Kreisvorsitzende. Aus diesem Grunde habe sich die Speyerer CDU zum Ziel gesetzt, in verschiedenen Veranstaltungen auf dieses ehrgeizige Ziel immer wieder hinzuweisen. 
Breit gefächerte Informationen zur Zukunft der Energieversorgung in Speyer erhielten dann die Besucher in dem gut einstündigen Vortrag.

Fraktionsvorsitzender Dr. Gottfried Jung wies darauf hin, dass sich die Stadt Speyer bereits im Jahre 2008 mit der von der CDU erarbeiteten und vom Stadtrat beschlossenen Klimaschutz- und Energieleitlinie einen anspruchsvollen Rahmen für ihren Weg in die Zukunft der Energieversorgung gegeben habe. Kernpunkte der Leitlinie seien das Sparen von Energie, das Ausschöpfen vorhandener Energiequellen durch Kraft-Wärme-Kopplung und der weitere Ausbau der erneuerbaren Energie. Ziel müsse es sein, sich so weit wie möglich von den immer knapper und immer teurer werdenden Energieträgern Öl und Gas abzukoppeln. Die Übernahme von in Mannheim vorhandener Abwärme zur Fernwärmeversorgung sei nur ein Baustein neben anderen. Die Erzeugung von Biogas aus Biomasse müsse ebenso hinzukommen wie zum Beispiel die von der CDU schon seit längerem propagierte Nutzung von Abwasserwärme, die bereits erfolgreich von dem Speyerer Wohnungsbauunternehmer Anton Steber beim Neubau seiner Hafenvillen am alten Rheinhafen umgesetzt werde. Dieses Energieversorgungskonzept sei  unter der Federführung der Stadtwerke Speyer entwickelt worden. Diese seien auch die Vertragspartner für die Umsetzung. Aus dem unter der Hafenstraße verlegten Abwasserkanal seien mittels eines Wärmetauschers Abwasserwärme gewonnen und diese mit Solarthermie kombiniert worden. Damit und mit einer Energie sparenden Bauweise hätte man bundesweit neue Maßstäbe gesetzt. „Speyer 100% regenerativ“ sei der Speyerer CDU  nicht einfach eine politische Floskel, es sei ihr ein wirkliches  „Herzensanliegen“. Dies könne man u.a. daran erkennen, dass sich die Speyerer CDU schon lange vor den schrecklichen Ereignissen in Japan auf diesen Weg gemacht habe. Diesen Weg habe man aber ohne einen kompetenten Partner wie die Stadtwerke nicht beschreiten können. Die Stadtwerke mit ihrem Geschäftsführer Wolfgang Bühring gingen individell auf die Probleme der Stadt ein so wie Konzerne dies nie tun könnten. Deshalb müsse man den Stadtwerken auch die Treue halten.

Der Geschäftsführer der Stadtwerke, Wolfgang Bühring, stellte in seinem medial unterstützten Vortrag ausführlich die Modellprojekte auf der Basis erneuerbarer Energien vor. Die Sonne sei der Ursprung allen Lebens auf der Erde und unser wichtigster Energiespender. Sonnenstrahlen könnten durch Solarzellen direkt in elektrische Energie umgewandelt werden. Bei der regenerativen Stromerzeugung liege der Schwerpunkt der Stadtwerke auf der Solarenergie, so Bühring. In der Domstadt und den Nachbargemeinden investierten die Stadtwerke seit über 10 Jahren in die Errichtung von Photovoltaikanlagen. Beispielhaft nannte Bühring die Solarstrom-Bürgeranlage auf dem Betriebsgelände der Stadtwerke und die Solarsiedlung in Speyer-West, wo 35 Wohnhäuser der GEWO mit Solaranlagen ausgestattet worden seien. Die gesamte Modulfläche der Solar-Siedlung-West betrage die Größe eines Fußballfeldes. Die Solarstromernte betrage etwa 665.000 kWh pro Jahr, was dem Jahresstromverbrauch von ca. 190 Einfamilienhäusern entspreche. Neben der Solaranlage auf dem Müllberg, die 2007 realisiert werden konnte, habe das Solardach-Programm der Stadtwerke für private Dächer als das „Speyer-Modell“ bundesweite Beachtung gefunden. Hier investierten die Stadtwerke in die Solaranlage auf dem Dach des Stromkunden. Der Stromkunde erhalte für die Bereitstellung seines Daches 12 Prozent der jährlichen Einspeisevergütung.

Die Stadtwerke behielten aber auch in Wind- und Wasserkraft im Auge. Windkraft sei derzeit die effektivste und lukrativste Form der erneuerbaren Energien. So habe man in Kirf, Landkreis Trier-Saarburg, in zwei Windräder investiert, die mit je 1,5 MW Leistung einen Ertrag von 6.183 Mwh im Jahr erbrächten, was einem Stromverbrauch von 1.767 Einfamilienhäusern entspreche, so Bühring.

Bühring ging in seinem Vortrag auch auf die Nahwärmeversorgungsbetriebe in Speyer ein und nannte beispielhaft die ehemalige Kaserne Normand und den dort installierten Holzhackschnitzelkessel, der die Grundlast zur Wärmeversorgung in diesem Gebiet decke. Auch sprach er das Energieprojekt am alten Schlachthof an, wo ein Mehrtagesspeicher eingesetzt sei. Der Gaskessel werde nur während der Heizperiode benötigt. Außerhalb der Heizperiode übernehme die Solarthermieanlage durch ein großes Speichervolumen die komplette Warmwasserbereitung.  Bühring verwies darauf, dass man auch bei diesem Projekt  die Menschen habe überzeugen und mitnehmen müssen. Die anfängliche Skepsis der Bürgerinnen und Bürger sei aber bald verflogen. Heute seien die Menschen von dieser Energieversorgung überzeugt.

Die Stadtwerke seien sehr daran interessiert, gemeinsam mit den privaten Haushalten sowie mit Gewerbe und Industrie den Energieverbrauch und die Abhängigkeit von fossiler Energie zu vermindern. Deshalb werde man den Ausbau der Energieberatung für Gebäudeeigentümer ausbauen. 

„Wir Menschen sollen nicht nur ein ruhiges Energie-Gewissen haben, die Investitionen sollen sich für unsere Kunden auch wirtschaftlich lohnen“, so der Geschäftsführer der Stadtwerke Speyer abschließend.

An der sich anschließenden regen Diskussion mit gezielten und qualifizierten Detailfragen der Besucher konnte man erkennen, dass die Speyerer CDU mit ihrer Veranstaltung genau ins Schwarze getroffen hatte.