„Was auf Bund-/Länder-Ebene diskutiert wird, setzen wir in Speyer um. Unsere Stadt bleibt Vorreiter beim Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten.“ Dies erklärten die Vertreterinnen der CDU im Jugendhilfeausschuss des Stadtrats, Monika Kabs, Gerlinde Görgen und Rosemarie Keller-Mehlem sowie der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Dr. Gottfried Jung.

Eine familienfreundliche Stadt sei eines der zentralen Anliegen der Speyerer CDU, betonte Jung. Dazu gehöre seit über zehn Jahren der konsequente Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder. Die Erziehung und Betreuung der Kinder in der Familie sei das vorrangige Ziel. Aber es gebe unterschiedlichste Lebenssituationen, die Betreuungsangebote außerhalb der Familie notwendig machten. Dabei schaffe die Stadt keinen Bedarf, sondern sie trage einem vorhandenen Bedarf Rechnung. Mit hohem finanziellem Aufwand mache es die Stadt gemeinsam mit den freien Trägern möglich, dass sich die berufliche Tätigkeit beider Elternteile oder Alleinerziehender und eine gute Erziehung der Kinder miteinander vereinbaren lassen. Das attraktive Betreuungsangebot werde immer mehr ein wesentlicher Grund dafür, sich als junge Familie für Speyer als Wohnsitz zu entscheiden.
Die Angebote der Kindertagesstätten seien heute sehr viel besser als früher an die Bedürfnisse der Eltern angepasst, zum einen mit den Öffnungszeiten, zum andern durch die Bereitstellung von Mittagessen im Rahmen einer Ganztagsbetreuung. Diese Leistung könne ab Sommer über 40 % der Kinder angeboten werden.
Für die Zukunft sei eine weitere Vergrößerung der Angebote für Kinder unter drei Jahren notwendig, betonte Rosemarie Keller-Mehlem. Die Gründe lägen vor allem in einer veränderten Arbeitswelt mit einem hohen Anspruch an Mobilität und Flexibilität, aber auch in einer zunehmenden Unsicherheit am Arbeitsmarkt. Insbesondere eine steigende Zahl von Alleinerziehenden brauche familienergänzende Angebote. Dass Speyer ab Sommer bereits rund 30 % der zwei- bis dreijährigen Kinder ein Platzangebot machen könne, sei eine beachtliche Leistung, die entsprechend den gesetzlichen Erfordernissen weiter gesteigert werde. Hinzu kämen inzwischen über 60 Plätze für Kinder unter zwei Jahren. Schon jetzt und noch mehr in Zukunft spiele in diesem Zusammenhang der Ausbau der Kindertagespflege mit dem Einsatz von qualifizierten Tagesmüttern durch den Kinderschutzbund in Kooperation mit dem Jugendamt eine bedeutende Rolle. All diese Leistungen seien eine Ergänzung zu den wichtigen Erziehungsleistungen in den Familien.
Eine Spitzenstellung nehme Speyer bei der Ganztagsbetreuung von Schulkindern zwischen sechs und zwölf Jahren ein, erklärte Monika Kabs. Dass ab Sommer alle Grundschulen ein Ganztagsangebot machen, sei alles andere als selbstverständlich. Noch weniger selbstverständlich sei das ergänzende Angebot der Horte sowie Spiel- und Lernstuben, das aus pädagogischen Gründen sehr wichtig sei, gerade auch wenn die Ganztagsschule nach der vierten Klasse ende. Ein Versorgungsgrad der Schüler bis zwölf Jahren von 36 % sei ein Spitzenwert.
Gerlinde Görgen wies darauf hin, bei allen Diskussionen über die Betreuung von Kindern dürfe nicht vergessen werden, dass Kinder im Vorschulalter ihre motorische und soziale Entwicklung weitgehend über Spiel und Bewegung erreichen. Deshalb sei sehr zu begrüßen, dass die Stadt Sportvereinen Hallenzeiten für Kooperationen mit Kindertagesstätten zur Verfügung stelle. Durch den Verlust natürlicher Bewegungsräume seien diese Bewegungszeiten, die viele ehrenamtliche Übungsleiter und Erzieherinnen anböten, als Baustein für die kindliche Entwicklung von unschätzbarem Wert. Zugleich sei das ein Beispiel dafür, dass in Speyer nicht immer nur darauf gewartet werde, was die öffentliche Hand tue.