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Podiumsdiskussion der CDU zum Thema Schule

Viel Lob erhielt die CDU-Speyer am Ende der fast dreistündigen Podiumsdiskussion für die transparente Öffentlichkeitsarbeit zu einem der bewegensten Themen unserer Zeit, die Veränderung der Schullandschaft.
Über 150 Besucherinnen und Besucher konnte der CDU Kreisvorsitzende Michael Wagner im großen Vortragssaal des Ägidienhauses willkommen heißen. In seiner Begrüßung machte Wagner deutlich, dass Speyer mit seinen insgesamt 20 Schulen und den rund 11.000 Schülerinnen und Schülern unbedingt eine Schulstadt sei. Die Stadt Speyer habe im vergangenen Jahr 1.025.000 Euro für die Schulen ausgegeben, in diesem Jahr beliefen sich die Investitionen auf rund 3.200.000 Euro. Die Schullandschaft befinde sich im Umbruch und die CDU-Speyer habe sich dieses Themas angenommen, weil es Schüler, Eltern und Lehrer gleichsam bewege. Mit einem „hochkarätig“ besetzten Podium wolle die CDU dem Plenum die verschiedenen Schulformen näher bringen.

Bürgermeister und Schuldezernent Hanspeter Brohm erläuterte, dass im Verlauf von Herbst und Winter die Weichen für die Zukunft des Schulstandorts Speyer gestellt würden. Die CDU-Stadtratsfraktion habe dafür Eckpunkte formuliert, die Grundlage eines Schulentwicklungsplans sein sollten. Der Stadtrat habe diese Eckpunkte einstimmig gebilligt und so habe man eine Erstellung des Schulentwicklungsplanes in Auftrag geben können. Das Erbenis erwarte man im Januar. Die Stadt Speyer setze damit das neue Schulgesetz von Rheinland-Pfalz zeitnah um. Dieses Schulgesetz werde die bisherigen Hauptschulen und die Realschulen zu Realschulen Plus zusammenführen. Damit reagiere das Land auf den seit Jahren stattfinden Schülerrückgang an den Hauptschulen. Betroffen seien die jetzigen Drittklässler. Deren Eltern würden von der Stadtverwaltung Speyer am 5. November um 19 Uhr zu einem Informationsabend eingeladen. „Wichtig ist, dass alle Schulstandorte und damit die Schulvielfalt in Speyer erhalten bleiben“, so Brohm.

Dr. Gottfried Jung, Vorsitzender der CDU-Stadtratsfraktion, ging näher auf den CDU-Antrag ein. Die Eckpunkte für den Schulentwicklungsplan sähen die Weiterentwicklung der Hauptschulen in der Burgfeld- und in der Siedlungsschule zu Realschulen Plus vor. Sie bekämen damit ein Angebot, das mit der bisherigen Regionalen Schule vergleichbar sei. Für das Schulzentrum Ost mit der dortigen Haupt- und Realschule sähen die Eckpunkte die Errichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) vor, die bis zum Abitur führe. Das Schulzentrum Ost werde damit erheblich gestärkt, denn bisher könne dort nur die Mittlere Reife erworben werden. Damit sei auch eine Entlastung für die Speyerer Gymnasien geschaffen. Eine weitere Entlastung wäre erreichbar, wenn das Land den Antrag der Johann-Joachim-Becher-Schule (Berufsbildende Schulen) auf Einrichtung eines Wirtschaftsgymnasiums an dieser Schule genehmigen würde. „Ein Wirtschaftsgymnasium würde die Speyerer Schullandschaft sehr bereichern“, so Dr. Jung. Und schließlich solle eines der fünf Speyerer Gymnasien in den nächsten Jahren als Ganztagsschule geführt werden und das Abitur nach acht statt bisher achteinhalb Jahren anbieten. Jung hoffe darauf, dass eines der beiden Doppelgymnasien bereit sei, dieses Angebot in der Schulstadt Speyer zu machen. Voraussetzung dafür sei eine Verbesserung der gegenwärtigen angespannten Raumsituation. Eine Chance dafür könne das benachbarte Gebäude des ehemaligen Aufbaugymnasiums bieten. Dazu sei aber ein Entgegenkommen des Landes als Gebäudeeigentümer notwendig.

Monika Kabs erklärte den Unterschied von koopertaiver und integrativer Realschule. Beide Formen führten zum Mittleren Schulabschluss und zum Abschluss der Berufsreife. „Diese Schulentwicklung war abzusehen“, so die Rektorin der Siedlungshauptschule, „Eltern und Schüler nehmen die Hauptschule augenscheinlich nicht mehr an, die Hauptschule ist wohl nicht mehr gesellschaftsfähig“.

Die soziale Integration der Integrierten Gesamtschule (IGS) hob Doris Klippert hervor. „Es gibt kein Sitzenbleiben mehr, den Schülerinnen und Schülern wird aber auch nichts geschenkt“, so die Kolb-Realschulleiterin. In der IGS werden die Schüler nur in einzelnen Fächern nach Leistung und Anforderungen in verschiedene Kurse aufgeteilt.

Das angestrebte Wirtschaftsgymnasium sei eine optimale Ergänzung in der Speyerer Schullandschaft, befand Karl Funk von der Johann-Joachim-Becher-Schule. „Es gibt nicht nur den Königsweg zum Abitur“, so Funk und verwies darauf, dass an der Berufsbildenden Schule alle Abschlüsse erreicht werden könnten. Man müsse unbedingt auch den Schülerinnen und Schülern gerecht werden, die den Leistungsanforderungen in den Jugendjahren nicht gewachsen seien. Man müsse den jungen Menschen eine Entwicklungschance einräumen.

Speyer mit seinen fünf Gymnasien sah Dr. Peter Zimmermann äußerst komfortabel ausgestattet und machte damit den Unterschied zur Stadt Ludwigshafen deutlich, die gemessen an der Einwohnernzahl weniger Gymnasien als Speyer unterhalte. Die Ganztagsbetreuung bedeute eine Entlastung für viele Familien, aber auch weniger Begleitung der Kinder durch die Eltern befand der Leiter des Gymnasiums am Kaiserdom.

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Dr. Axel Wilke wies darauf hin, dass es genügend Eltern gebe, die auf die gemeinsamen Nachmittage mit ihren Kindern sehr großen Wert legten. „Ganztagsschulen sind nicht das allein Seligmachende“, so der CDU-Abgeordnete. Man müsse aber auch bedenken, dass eine veränderte Gesellschaftsstruktur eine Ganztagsschule in Speyer erforderlich mache. Die CDU setze sich im Landtag für kleinere Klassen in den Hauptschulen ein, weil gerde dort eine individuelle Betreuung nötig sei. Auf den häufigen Unterrichtsausfall aus dem Plenum angesprochen, machte Dr. Wilke deutlich, dass sich seine Partei dieser Problematik zur Zeit ganz besonders annehme und dies auch in Kürze im Landtag einbringen werde.

Der Aufklärungsbedarf sei noch nie so groß gewesen, die Eltern seien sehr verunsichert, resümierte Gariele Weindel-Güdemann, Schulelternsprecherin am Schwerd-Gymnasium. In Speyer habe man jedoch vorbildlich agiert, indem man Eltern, Schüler und Schulen von Anfang an an einem runden Tisch mit einbezogen hätte und dankte Bürgermeister Brohm dafür ausdrücklich. Information und Öffentlichkeitsarbeit zur neuen Schullandschaft seien von Nöten. Dazu habe diese Podiumsdiskussion im positiven Sinne beigetragen.