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CDU-Landesvorsitzender Baldauf besucht Speyer im Rahmen der Kreisbereisung

Daß Speyer mehr zu bieten hat als tote Kaiser und in vielem eine Vorbildfunktion für das ganze Bundesland Rheinland-Pfalz einnimmt, davon konnte sich Christian Baldauf, CDU-Landesvorsitzender und Fraktionsvorsitzender im rheinland-pfälzischen Landtag, überzeugen.
Einen ganzen Tag verbrachte Baldauf auf Einladung seines Speyerer Kollegen Dr. Axel Wilke in der Domstadt. Gemeinsam mit Wilke, dem CDU-Fraktionsvorsitzenden im Speyerer Stadtrat, Dr. Gottfried Jung, sowie CDU-Kreisvorsitzendem Michael Wagner und seiner Stellvertreterin Monika Kabs absolvierte Baldauf ein umfangreiches Besuchsprogramm, bei dem er sich nicht nur über den Wirtschaftsstandort Speyer informierte, sondern sich auch von der kulturellen und sozialen Vielfalt der Stadt ein Bild machen konnte.

Am Anfang des Besuchs stand aus aktuellem Anlaß der Diskussion um die Zeitarbeit ein Gespräch beim mutmaßlich größten Arbeitgeber in Speyer, der Firma GABIS, die es sich seit 1995 zur Aufgabe macht, Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen als Zeitarbeitskräfte an Firmen zu vermitteln, um sie möglichst in eine Festanstellung zu vermitteln, was auch in nahezu jeden zweiten Fall gelingt. Geschäftsführer Wolfgang Viertel führte dies vor allem auf die besseren Arbeitsbedingungen der bei der GABIS beschäftigten Zeitarbeitskräfte zurück. „Es ist ein zentraler Grundsatz, dass unsere Kräfte die gleiche Entlohnung erhalten wie die regulären Arbeitnehmer des Einsatzbetriebes,“ führte Viertel aus und sah darin die entscheidende Ursache für die Vergleich zu konventionellen Zeitarbeitsfirmen deutlich bessere Motivation und den deutlich geringeren Krankenstand der eigenen Kräfte. Dass durch die gemeinnützige Gesellschaft auch schon viele ältere und Langzeitarbeitslose vermittelt werden konnten, erfreute die beiden Abgeordneten besonders.



Beim anschließenden Gespräch mit dem Speyerer Stadtvorstand, an dem neben Oberbürgermeister Schineller, Bürgermeister Brohm und Beigeordnetem Scheid auch Wilkes Vorgänger als Wahlkreisabgeordneter der CDU, Staatsminister a.D. Dr. Georg Gölter teilnahm, wurden kommunale Themen wie der Wegfall der 3,03%-Sperrklausel bei den nächsten Kommunalwahlen, die mögliche Verwaltungs- und Gebietsreform sowie die Problematik der steigenden Kosten im Sozialbereich erörtert. Christian Baldauf unterstützte die Forderung des Oberbürgermeisters nach Erhaltung der Kreisfreiheit der Stadt. Wie die Stadtspitze sprach auch er sich für die geplante Verlängerung der Start- und Landebahn am Flugplatz aus. „Speyer bietet die besten Voraussetzungen für einen Landeplatz für den Geschäftsflugverkehr, den die Metropolregion zur Stärkung ihrer Wirtschaftskraft dringend benötigt“, konstatierte der Landespolitiker. Auf Landesebene werde die CDU darauf achten, dass auch die Landesregierung hier eine klare Position beibehalte.



Zu einem Gespräch mit gemeinsamem Mittagessen mit den Kindern der integrativen Kindertagesstätte „Pusteblume“ lud Leiterin Doris Heintz anschließend in den Stadtteil Speyer-Nord. In Kooperation mit dem sozialpädiatrischen „Kinderzentrum“ leistet diese KiTa seit 1998 einen vorbildlichen Beitrag behinderte und nichtbehinderte Kinder im Alter ab drei Jahren frühzeitig zu integrieren und sie ganzheitlich unter Berücksichtigung ihrer persönlichen Lebenssituation und ihrer Bedürfnisse zu fördern. Solche Einrichtungen gibt es in Rheinland-Pfalz nur sehr wenige. „Wir müssen bei Kindern früh mit Integration und Förderung beginnen“, unterstützte Baldauf die Arbeit der Einrichtung und schlug einen Bogen zum Konzept der CDU, zur Verbesserung des Übergangs von Kindergarten zur Grundschule sogenannte „Starterklassen“ einzurichten.

Speyer als Industriestandort stand dann wieder im Vordergrund beim Besuch der Delegation im Speyerer Werk des weltweit agierenden Unternehmens Tyco Electronics. Bei einem Rundgang durch die Betriebsstätten stellte Standortleiter Ulrich Laudenbach die Arbeit der 867 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor. Die Besucher waren beeindruckt von der Dynamik des als Automobilzulieferer tätigen Werks, zu dessen Produkten hochkomplexe Steuerungselemente für nahezu alle namhaften Automobilhersteller zählen. Sehr erfreuliches konnte Laudenbach zur Umsatzentwicklung des Speyerer Standorts vermelden, der auch im weltweiten Konzernvergleich absolut konkurrenzfähig sei. Diskussionsthemen waren unter anderem die Ausbildungsplatzsituation – in diesem Jahr wird Tyco Speyer wieder 18 neue Lehrlinge aufnehmen - und Probleme geeignete Azubis für die hochqualifizierte Arbeit zu finden.



Nach der Einkehr im Biergarten des Domhof klang der Tag mit einem Rundgang über die Speyerer Kulturnacht aus. Die Ausstellungen in der Volksbank und der Sparkasse, das Purrmannhaus und der Kulturhof Flachsgasse standen dabei u.a. auf dem Programm. Der rheinland-pfälzische CDU-Chef, der Speyer noch aus seiner Zeit an der Verwaltungshochschule kennt, zeigte sich begeistert von der Entwicklung in jüngster Zeit und nannte als weitere Beispiele die Umwandlung der Konversionsgelände und den Bereich Tourismus. „Es war mir eine Freude dem Kollegen Baldauf meine Heimatstadt Speyer mit ihren zahlreichen Facetten näher vorzustellen, und auch für meine eigene Arbeit nehme ich eine Menge neuer Informationen mit“, fasste Wilke den Tag abschließend zusammen.