Die CDU-Stadtratsfraktion hofft darauf, dass ein von ihr seit mehreren Jahren gefordertes berufliches Gymnasium für den Bildungsgang Wirtschaft im übernächsten Schuljahr Wirklichkeit wird. Dies machte der Vorsitzende der CDU-Stadtratsfraktion, Dr. Gottfried Jung, bei einem Fraktionsbesuch in der Johann-Joachim-Becher-Schule deutlich. Speyer brauche ein solches neues Gymnasium, um die anderen Gymnasien ein Stück weit entlasten zu können.

Der neue Schulleiter, Oberstudiendirektor Robert Wunn, wies darauf hin, dass sich ein solches berufliches Gymnasium, das wie andere Gymnasien zur allgemeinen Hochschulreife führe, ohne zusätzliche Investitionen in das vorhandene Gebäude der Berufsbildenden Schulen einfügen lasse. Er sei auch sicher, dass die Nachfrage nach einem Wirtschaftsgymnasium das voraussichtliche Platzangebot deutlich übersteigen werde. Geplant sei zunächst ein zweizügiges Gymnasium für insgesamt 60 Schüler pro Jahrgang. Eine hohe Ausbildungsqualität sei das Ziel. Ein erneuter Antrag auf Einrichtung eines beruflichen Gymnasiums liege dem Land, das im letzten Jahr einen entsprechenden Antrag abgelehnt hatte, vor.
Oberstudiendirektor Wunn, der den Mitgliedern der CDU-Stadtratsfraktion die bislang an der Johann-Joachim-Becher-Schule vorhandenen sechs Schulformen vorstellte, betonte, dass zwei Drittel aller Jugendlichen eines Jahrgangs diese Schule besuchen. Für die insgesamt mehr als 2000 Schülerinnen und Schüler, die von über 100 Lehrern unterrichtet würden, sei die Schule sehr gut ausgestattet. Größter Wert werde auf eine enge Kooperation mit insgesamt 410 Ausbildungsbetrieben gelegt.
Bürgermeister Hanspeter Brohm erklärte, Speyer könne auf die Berufsbildenden Schulen stolz sein. Man müsse aber sehr darauf achten, dass alle in Speyer vorhandenen Ausbildungsgänge erhalten bleiben und nicht in benachbarte Städte abwandern.
Ausführlich diskutiert wurden abschließend die Auswirkungen der Schulreform in Rheinland-Pfalz auf die Berufsbildenden Schulen. Oberstudiendirektor Wunn hob hervor, dass die für Speyer vorgesehenen Realschulen Plus und die Berufsbildenden Schulen sich sehr gut ergänzen könnten. Durch eine gezielte Kooperation und Schwerpunktsetzung könnten die Schulen gegenseitig ihre Attraktivität erhöhen.